25.03.2026 CEC Konferenz Paris

Von Nachhaltigkeit zu Regeneration – Hofgut LEO als territoriales Betriebssystem

Am 25. März werde ich im Rahmen einer internationalen Konferenz eine Keynote zur Frage halten, wie Regeneration nicht nur gedacht, sondern wirtschaftlich und territorial operationalisiert werden kann.

Wir befinden uns nicht mehr in der Phase des Bewusstwerdens.
Die ökologischen und sozialen Herausforderungen sind hinreichend analysiert.
Die eigentliche Frage lautet heute:

Wie gestalten wir ökonomische Systeme so um, dass sie regenerativ wirken – messbar, investierbar und strukturell tragfähig?

In meinem Beitrag werde ich das Hofgut LEO nicht als Projekt vorstellen, sondern als territoriales Betriebssystem. LEO ist ein realer Ort – und zugleich ein Modell dafür, wie Kapital, Governance und Wertschöpfung wieder in Beziehung zu Landschaft, Gemeinschaft und Zeit gebracht werden können.

Im Zentrum stehen vier Dimensionen:

1. Die Genossenschaft als Governance-Infrastruktur
Die Genossenschaft dient nicht nur als Rechtsform, sondern als struktureller Mechanismus, um Kapital im Ort zu verankern und Wertschöpfung rückzubinden.

2. Der Übergang von Extraktion zu eingebetteter Wertschöpfung
Regeneration ist kein ethischer Zusatz zum bestehenden System.
Sie ist eine strukturelle Neugestaltung von Eigentum, Zeitlogik und Wertbegriff.

3. ROWE – Return on Wealth for Earth
Mit ROWE beschreiben wir eine erweiterte Renditelogik, die Bodenaufbau, Biodiversität, Wasserrückhalt und soziale Resilienz nicht als Nebeneffekte, sondern als bilanziell relevante Vermögenswerte versteht.

4. Skalierung als Blueprint, nicht als Marke
LEO ist nicht als replizierbares Produkt gedacht, sondern als parametrisiertes Modell.
Die Prinzipien – kooperative Governance, lokale Wertkreisläufe, messbare ökologische Wiederherstellung und langfristiges Kapital ohne Exit-Druck – können auf unterschiedliche Territorien angewendet werden, ohne ihre Eigenart zu nivellieren.

Ein besonderer Fokus meiner Keynote liegt auf der sogenannten „1000 Years Vision“.
Für mich ist sie kein poetisches Bild, sondern ein Prinzip der Kapitalallokation. Sie fordert institutionelle Akteure auf, Optimierung nicht mehr entlang kurzfristiger Renditefenster zu betreiben, sondern entlang der langfristigen Gesundheit von Systemen. In praktischer Hinsicht bedeutet das: Finanzflüsse so auszurichten, dass Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität und territoriale Resilienz als tragende Vermögensbasis verstanden werden.

Regeneration beginnt nicht bei Moral, sondern bei Struktur.
Nicht bei Verzicht, sondern bei einer Neudefinition dessen, was wir als Wert anerkennen.

Ich freue mich sehr auf den Austausch mit den weiteren Referentinnen und Referenten sowie mit allen Teilnehmenden – und auf die gemeinsame Diskussion darüber, wie wir den Schritt von Nachhaltigkeit zu echter Regeneration konkret vollziehen können.

www.cec-impact.org

Was ist die CEC?
Die CEC ist eine asociation d’intérêt général (gemeinnützige Vereinigung), die Entscheidungs- und Wirtschaftsführende auf ihrem Weg von einer extraktiven Wirtschaft zu einer regenerativen Wirtschaft begleitet. Sie organisiert dafür längere, kollektive Transformations- und Lernprogramme (Parcours), in denen Unternehmer*innen über 10 Monate hinweg ihre Geschäftsmodelle grundlegend hinterfragen, umgestalten und in die Praxis bringen.

Wofür steht die CEC?

  • Sie will die „bascule“ – also die radikale Wende – hin zu einer regenerativen Ökonomie bis 2030 „unwiderstehlich“ machen.
  • Sie nutzt eine Mischung aus Dialog, wissenschaftlicher Reflexion, kollektiver Intelligenz und Peer-Learning.
  • Die Teilnehmenden erarbeiten gemeinsam Feuille de Route, kooperative Projekte und konkrete Umsetzungspläne.

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